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AVIVA-BERLIN.de 12/19/5786 - Beitrag vom 19.07.2026


Deutsche Sportler*innen bei Maccabiah 2026 in Israel erfolgreich
Sylvia Rochow

Athlet*innen aus 70 Ländern traten in zahlreichen Sportarten gegeneinander an. Auftritt von ESC-Gewinnerin Netta Barzilai bei der Eröffnungsfeier. MAKKABI Deutschland belegt 6. Platz im Medaillenspiegel.




Vom 30. Juni bis zum 14. Juli 2026 fand in Israel die 22. Maccabiah statt. Unter dem Motto "More Than Ever" sollten die Beziehungen zwischen Israel und den jüdischen Gemeinschaften in der Diaspora gestärkt werden. Dabei verstehen sich die Spiele nicht allein als Sportveranstaltung, sondern auch als Begegnungsort sowie Ausdruck jüdischer Zugehörigkeit. 2026 zählten unter anderem Haifa, Hadera, Herzliya, Jerusalem, Ra´anana und Tel Aviv zu den gastgebenden Städten. Die Wettbewerbe wurden in einer offenen Klasse sowie Junior-, Masters- und paralympischen Kategorien ausgetragen.

Laut der Maccabi World Union (MWU) ist die Maccabiah nach den Olympischen und den Paralympischen Spielen das drittgrößte Sportevent der Welt. Mehr als 5.000 Sportler*innen aus 70 Ländern gingen in 45 Sportarten in diesem Jahr an den Start. Die Eröffnungsfeier wurde am 1. Juli 2026 im Teddy-Kollek-Stadion in Jerusalem abgehalten, unter anderem trat Netta Barzilai, die israelische Gewinnerin des Eurovision Song Contest (ESC) 2018, im Rahmenprogramm auf. Montana Tucker, US-amerikanische Tänzerin, Sängerin und Social-Media-Aktivistin, moderierte die traditionelle "Parade der Delegationen". "Das ist Israel. Das bedeutet es, Jüdin zu sein", zeigte sich Tucker im Vorfeld in der "Jerusalem Post" geehrt. Sie ergänzte: "Unsere Welt ist derzeit so gespalten. Ich glaube, wir müssen einfach zusammenkommen und mehr Zusammenhalt, Mitgefühl und Verständnis füreinander entwickeln. Und wenn wir uns wirklich mit Menschen unterhalten, die anders aussehen als wir, sich anders verhalten als wir oder einer anderen Religion angehören als wir, werden wir feststellen, dass wir uns eigentlich ähnlicher sind, als wir denken."

Die Maccabiah ist das größte jüdische Sportfest der Welt. Ihre Geschichte geht bis ins Jahr 1932 zurück. Der 1953 eingeführte Vierjahresrhythmus wurde zuletzt zweimal unterbrochen: Die für 2021 geplanten 21. Spiele fanden wegen der Coronavirus-Pandemie erst 2022 statt, während die 22. Maccabiah aufgrund der Sicherheitslage nach dem Konflikt mit dem Iran kurzfristig auf 2026 verschoben worden musste.

Nach Angaben des Verbandes stellte MAKKABI Deutschland mit zirka 170 Athlet*innen und Offiziellen die größte europäische Delegation. Kurz vor Beginn der Spiele 2026 erhielt Verbandspräsident Alon Meyer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die Auszeichnung würdigt seinen langjährigen Einsatz für jüdisches Leben, gegen Antisemitismus und für Vielfalt sowie den demokratischen Zusammenhalt.

Gleich mehrere deutsche Athletinnen drängten durch ihre sportlichen Leistungen ins Rampenlicht, allen voran Katharina Michajlova. Die 1989 in Cherson (Ukraine) geborene und mit vier Jahren nach Deutschland gekommene Tischtennisspielerin gewann bei der Maccabiah 2026 alle vier Wettbewerbe, in denen sie antrat und holte so vier Goldmedaillen. Bereits bei der 21. Maccabiah 2022 hatte die Familie Michajlova zahlreiche Podestplätze errungen. Katharina siegte im Einzel und holte weitere Medaillen im Doppel, Team (jeweils mit ihrer Schwester Lisa) sowie Mixed. In der Altersklasse 40+ waren auch ihre Eltern Tatjana und Alexander erfolgreich.
Katharina Michajlova wurde 2018 mit dem SV-DJK Kolbermoor Deutsche Mannschaftsmeisterin im Tischtennis. In der Saison 2025/2026 trat sie als Frau im Männerteam des PSV Oberhausen in der NRW-Liga an und erzielte eine positive Einzelbilanz.

Zu den deutschen Maccabiah-Medaillengewinnerinnen 2026 zählen auch die Leichtathletinnen Ziporah Hammer und Vanessa Roth. Hammer (MAKKABI Baden-Baden) holte über 1.500 Meter Silber, Vanessa Roth gewann Bronze über 400 Meter. Die 27-jährige Monika Feygin aus Bochum, ehemalige Athletin des Landeskaders Nordrhein-Westfalen, sicherte sich in der Karate-Kumite-Gewichtsklasse der Frauen über 61 Kilogramm die Silbermedaille. Den Medaillenregen für die deutschen Makkabäer*innen eröffnet hatte Schwimmerin Beatrice Feicht. Über 1.500 Meter im Freiwasser gewann die mehrmalige Maccabiah-Teilnehmerin in der Altersklasse 70+ die Goldmedaille. Im Becken ließ die 72-Jährige über 50 Meter Rücken ein zweites Gold, Silber über 100 Meter Freistil sowie Bronze über 100 Meter Brust und 200 Meter Freistil folgen.

Im offiziellen Medaillenspiegel landete MAKKABI Deutschland mit insgesamt 62 Podestplätzen auf Rang 6. Das Team erkämpfte sich 11-mal Gold, 19- mal Silber und 32-mal Bronze. Erfolgreichstes Land wurde überlegen Israel (1.754 Medaillen) vor den USA (308) und Brasilien (112).


Mehr Infos unter: M25 – Maccabiah 2026, MAKKABI Deutschland, Mehrteilige Doku "Deutsch. Jüdisch. Sicher? Maccabiah – Sportfest im Krieg" in der ARD-Mediathek und Instagram-Account von Katharina Michajlova

Ein Interview mit der Jugendreferentin bei MAKKABI Deutschland und Mitglied im Maccabi Women´s Forum der Maccabi World Union Ilana Gluz: "Wir sind bei Makkabi eine Gemeinschaft und halten zusammen" aus dem Jar 2025 von Sharon Adler im Rahmen der Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945. Erinnerungen, Brüche, Perspektiven": www.bpb.de


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Copyright Text: Sylvia Rochow


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Beitrag vom 19.07.2026

Sylvia Rochow